Kardinalitäten (Beziehungen)...

Die Kardinalität zwischen dem Entitätstyp 1 und dem Entitätstyp 2 gibt an, wieviele Entitäten des Entitätstyps 2 höchstens mit einer Entität des Entitätstyps 1 in Beziehung stehen. Für die Datenstrukturierung interessieren nicht die genauen Zahlen, sondern nur die Typen.

Das klingt erst einmal sehr kompliziert - wird aber am Beispiel wesentlich verständlicher.

Es existieren 3 Beziehungstypen.
Um diese Beziehungstypen am eigenen DB-Entwurf zu ermitteln, sollte man Sätze bilden, die immer(!) sinngemäß mit "Ein..." beginnen. Die Buchstaben "n" und "m" stehen für beliebige ganze Zahlen.

1 : 1 Beziehung


Ein Schüler erhält ein Jahreszeugnis.
Ein Jahreszeugnis gehört einem Schüler.

1 : n Beziehung


Ein Schüler besitzt mehrere Hefter.
Ein Hefter gehört genau einem Schüler.

n : m Beziehung


Ein Schüler nutzt mehrere Schul-PCs.
Ein Schul-PC wird von mehreren Schülern benutzt.

Hinweis:
In der Mittelschule werden wir auf den Beziehungstyp n:m möglichst verzichten, da es dann beim Relationenmodell nicht mehr ganz so einfach ist.

Wichtig ist, dass man immer daran denkt, dass die jeweilige Datenbank nicht nur für einen Augenblick oder eng begrenzten Zeitraum sondern dauerhaft über viele Jahre bestehen und funktionieren soll. Dies soll an folgendem Beispiel verdeutlicht werden:

Der Ausschnitt eines ER-Modells zur Datenbank eines Krankenhauses könnte so aussehen:


Nun bilden wir unsere Sätze:

Ein Patient belegt genau ein Bett. Das ist klar!
Ein Bett wird genau von einem Patienten belegt. Das ist falsch!

Warum? Im Bett Nr. 123 liegt Patient A zwei Wochen bis zu seiner Genesung. Danach wird das gleiche Bett von Patient B belegt usw.... Es muss also heißen:
Ein Bett wird von mehreren Patienten belegt.

Das ergibt dann folgende Kardinalität:

Beispiel: CD-Sammlung

Für unsere CD-Sammlung ergeben sich nunmehr folgende Kardinalitäten:


Eine CD enthält mehrere Lieder.
Ein Lied befindet sich auf einer CD.

Ein Lied wird von einem Interpreten gesungen.
Ein Interpret singt mehrere Lieder.

...und nun ist unser ER-Modell endlich komplett!

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